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Premiere zur 35. Auflage. Fast.

Die 35. Auflage des legendären Syltlaufs hätte fast mit einer doppelten Premiere geglänzt: Sonne und Windstille.

 

Dann aber zog nach einem bilderbuchschönen, sonnigen Nudelpartytag am Sonnabend nachts der Nebel auf, weil es zu schnell warm wurde und das Meer temperaturmäßig einfach nicht mehr hinterher kam. Immerhin blieb den wie immer knapp 1500 Startern am Sonntagmorgen um 10 Uhr die Flaute erhalten, was zahlreichen Wiederholungstätern - und davon hat dieser frühe Frühjahrsklassiker unendlich viele - teils rasante Verbesserungen ihrer Zeiten bescherte.

Nach dem Syltlauf ist vor dem Syltlauf: Wer selber einmal diesen hundsgemeinen Run von Hörnum im Süden bis List im Norden mitmachen will, sollte sich rechtzeitig um eine Startnummer bemühen, die sind in der Regel ratzfatz weg. Hundsgemein? Jawoll. Erstens, weil das Wetter eine Wundertüte sein kann, von Schnee über Sturm bis Hochsommerlich war schon alles dabei. Zweitens, weil man unterwegs lernt, dass List tatsächlich auf Sylt ganz oben liegt und die letzte Etappe mit kaum sichtbarem aber stetig leichtem Anstieg zermürbend sein wird.

Syltlauf 2016

Und drittens weil man sich gern davon einlullen lässt, dass das hier ja mit 33,333 Kilometern gar kein "richtiger" Marathon ist und deshalb Respekt und Trainingseifer eher moderat ausfallen. Das kann sich rächen, nutzen viele auch semiprofessionelle Marathonläufer den Syltlauf gern als Barometer für die Saison, wo man so steht und wie es dieses Jahr so laufen wird, wenn der Hamburger Marathon dann das nächste große Event ist.

Eine typische Syltlauf-Karriere sieht übrigens so aus: Im ersten Jahr heißt es "Hauptsache irgendwie überleben und ankommen", im zweiten dann "Bitte unter 4 Stunden reinkommen", im dritten "Unter 3 wär geil". Ab dem vierten können Sie dann behaupten schon ewig dabei, einmal 3:11 gelaufen zu sein oder sowas, und in aller Ruhe diesen wirklich charmanten Wettbewerb mit hyperaktiven Zuschauern, Kind und Kegel und vielen Syltern genießen.

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